Da hier schon des öfteren die Hormone angesprochen wurden und auch bekanntlich das Cortison ein Hormon der Nebennieren ist, habe ich hier etwas interessantes zum Hormonsystem gefunden!
Der menschliche Körper besteht aus einer Vielzahl von Organen und Systemen, deren Funktionen aufeinander abgestimmt und deshalb gesteuert sein müssen. Diese Steuerungen, die sich vom Wachstum über die Fortpflanzung bis hin zum täglichen Verdauungsvorgang erstrecken, erfolgen durch über dreißig verschiedene Hormone. Sie werden von endokrinen Drüsen (Drüsen mit innerer Sekretion) in die Blutbahn abgegeben. Das Wort Hormon heißt übersetzt "Botenstoff" (hormao= "Ich setze in Bewegung"). Damit bezeichnet man chemische Stoffe, die von den endokrinen Körperdrüsen produziert werden. Im Blut üben diese Stoffe ihre jeweilige Funktion aus.
Hypothalamus
Der Hypothalamus, ein kleiner Bereich im Zwischenhirn, verbindet dieses mit dem Hormonsystem. Über ein Pfortadersystem hat er Kontakt zur Hirnanhangdrüse (Hypophyse) und reguliert deren Hormonausschüttung. Der Großteil des Informationsaustausches findet über dieses System durch Hormone statt, die in den Nervenzellen (Neuronen) des Hypothalamus gebildet werden. Er regelt so die Körpertemperatur, den Herzschlag und die Nierenfunktion, aber auch Hunger und Durst sowie unseren Schlafrhythmus und den Geschlechtstrieb. Das Zwischenhirn liegt zwischen dem Klein- und dem Großhirn. Von hier aus wird das autonome Nervensystem gesteuert, das unter anderem für den Energie-, Wärme- und Wasserhaushalt unseres Körpers zuständig ist. Neben dem Hypothalamus gehören zum Zwischenhirn weitere drei "Schaltstellen": Thalamus (sensorisches Empfinden), Epithalamus (olfaktorisches Empfinden) und Subthalamus (Motorik).
Hirnanhangdrüse
Die übergeordnete Drüse innerhalb des endokrinen Systems ist die erbsengroße Hirnanhangdrüse (Hypophyse), die in einer knöchernen Vertiefung an der Hirnbasis liegt und das gesamte Hormonsystem kontrolliert. Neben der Produktion eigener Hormone beeinflußt sie auch die Hormonproduktion der anderen endokrinen Drüsen. Die Hirnanhangdrüse besteht aus zwei Hälften, die unabhängig voneinander arbeiten: Hypophysenhinterlappen (Neurohypophyse) und Hypophysenvorderlappen (Adenohypophyse). Der Hypophysenhinterlappen ist über den Hypophysenstil direkt mit dem Hypothalamus verbunden. Dieser steuert über eine Nervenverbindung die beiden Hormone, die im Hinterlappen produziert werden.
Der Hypophysenvorderlappen hat keine unmittelbare Verbindung zum Hypothalamus. Im Vorderlappen werden verschiedene Hormone produziert, die direkt auf das Körpergewebe und auf andere Drüsen wirken. Sie werden von Faktoren gesteuert, die sich im Hypothalamus bilden und über ein spezielles Gefäßnetz zum Vorderlappen gelangen. Darüber hinaus reagiert der Vorderlappen selbständig auf einen hohen Hormonspiegel im Blut. Wenn beispielsweise der Schilddrüsenhormonspiegel ausreichend hoch ist, wird die Produktion des Hormons, das die Schilddrüse zu ihrer Hormontätigkeit anregt, eingestellt.
Schilddrüse
Unterhalb des Kehlkopfes liegt die Schilddrüse. Ihre Lappen, die sich beiderseits der Luftröhre wie Flügel erstrecken, sind über einen Gewebesteg miteinander verbunden und legen sich wie ein Schild vor Kehlkopf und Luftröhre. Die Schilddrüse produziert die beiden Hormone Thyroxin und Trijodthyronin, die mit dem Blut zu den Körperzellen gelangen. Diese Hormone sind zuständig für den Energieumsatz der Zellen und für die Eiweißproduktion. Damit die Schilddrüse sie produzieren kann, benötigt sie Jod, das sie aus dem Blut bekommt und speichert.
Erfolgt die Geschwindigkeit des Energieumsatzes schneller oder langsamer als normal, so spricht man von Schilddrüsenüberfunktion beziehungsweise Schilddrüsenunterfunktion. Erhöhte Werte können Nervosität, Gewichtsverlust und seelische Spannungen bewirken, während im anderen Extremfall die Körperfunktionen langsamer ablaufen.
Thymus Der Thymus, auch Bries genannt, liegt unmittelbar hinter dem Brustbein. Er wächst bis zur Pubertät, in der er seine größte Ausdehnung erreicht, und bildet sich danach kontinuierlich zurück.Beim alten Menschen ist er nur noch als kleiner Geweberest vorhanden. Der Thymus ist wesentlich am Aufbau und an der Prägung des Immunsystems beteiligt, indem er bestimmte weiße Blutkörperchen produziert. Später übernehmen die Lymphknoten, das Knochenmark und die Milz diese Funktion.
Nebenschilddrüse Die vier kleinen Nebenschilddrüsen liegen an der Rückseite der Schilddrüse. Ihr Hormon (das Parathormon) hat die Funktion, den Kalziumhaushalt des Körpers zu regulieren. Kalzium braucht der Körper für den Knochen- und Zahnaufbau, für die Funktion von Nerven- und Muskelzellen und für die Blutgerinnung. Zusammen mit Vitamin D, das unter Lichteinfluß in der Haut gebildet wird, ermöglicht das Hormon der Nebenschilddrüsen die Kalziumaufnahme aus der Nahrung.
Wenn dem Körper nicht genügend Kalzium zugeführt wird, bewirkt das Hormon die Abgabe von Kalzium aus den Knochen in das Blut.
Kehlkopf Der Kehlkopf trennt die Atemwege von den Speisewegen. Er setzt sich aus vier Knorpeln zusammen, die durch Muskeln und Bänder zusammengehalten werden. Der größte von ihnen ist der Adamsapfel, vorn am Hals deutlich ertastbar. An ihm - und an einem Paar kleinerer Knorpel - sind die Stimmbänder befestigt, die durch Luftströme in Schwingungen geraten und uns auf diese Weise die Stimmbildung ermöglichen.
Luftröhre Die etwa zwölf Zentimeter lange Luftröhre schließt an den Kehlkopf an und verzweigt sich in Höhe des vierten Brustwirbels zu den beiden Hauptbronchien. Das elastische und muskulöse Gewebe der Röhre wird von 16-20 hufeisenförmigen Knorpelspangen gestützt und ist innen von einer Schleimhaut mit Flimmerhärchen überzogen. Sie transportieren Staubteilchen, die mit der Atemluft eindringen, zurück in den Halsrachen.
Bronchien Beide Hauptbronchien zweigen wie die Äste eines Baumes von der Luftröhre ab. Sie verästeln sich weiter in Lappenbronchien, in Segmentbronchien und schließlich in kleinere Bronchiolen, die in den Luftsäckchen (Alveolen) münden. Entsprechend verzweigen sich die Lungenarterien und Lungenvenen bis hin zu den Alveolen mit einem feinen Netzwerk aus Haargefäßen (Kapillaren).
Nebennieren Die Nebennieren, die wie Kappen auf den Nieren aufliegen, regulieren den Wasser- und Salzhaushalt des Körpers und unterstützen ihn bei der Bewältigung von "Notsituationen". Die Nebennieren bestehen aus zwei unterschiedlichen Geweben: inneres Nebennierenmark und Nebennierenrinde. Das innere Nebennierenmark produziert die Hormone Adrenalin und Noradrenalin. In Gefahren- oder Streßsituationen wird Adrenalin aus dem Nebennierenmark in die Blutbahn abgegeben. Dadurch erhöht sich die Herzschlagfrequenz, und die Blutgefäße der Haut und der Eingeweide verengen sich; daher der Spruch: "Er bekam kalte Füße". Das Blut steht der arbeitenden Muskulatur zur Verfügung, und der Blutdruck steigt an. Gleichzeitig wird der in Leber und Muskeln gespeicherte Zucker zu Einfachzucker abgebaut, damit der Körper mehr Energie zur Verfügung hat.
Die Nebennierenrinde produziert drei Arten von Steroidhormonen mit unterschiedlichen Funktionen:
Aldosteron reduziert die Salzausscheidung über die Nieren und erhöht damit den Wassergehalt des Körpers.
Die Abgabe von Aldosteron wird durch das in der Niere produzierte Renin gesteuert. Ist der Aldosteronspiegel zu gering, produziert die Niere verstärkt Renin.
Bei gesteigertem Energiebedarf des Körpers erhöht Kortison den Blutzuckerspiegel. Es wandelt Eiweiß in Zucker um und arbeitet so mit den Hormonen Adrenalin und Glukagon zusammen, die ebenfalls den Blutzuckerspiegel erhöhen. Ein hoher Kortisonspiegel bewirkt eine verringerte Infektabwehr des Körpers.
Bauchspeicheldrüse Die hinter dem Magen im Oberbauch liegende Bauchspeicheldrüse (Pancreas) besteht als einzige Drüse aus einem endokrinen und einem exokrinen System; es handelt sich also quasi um zwei Organe in einem. Das endokrine System produziert Insulin und Glukagon und reguliert auf diese Weise den Blutzuckerspiegel, während vom größeren exokrinen System ein enzymhaltiger Verdauungssaft kommt, der über spezielle Gänge in den Zwölffingerdarm (Duodenum) geleitet wird. Der endokrine Anteil der Drüsen liegt im Schwanz der Bauchspeicheldrüse, den sogenannten Langerhansschen Inseln. Sie liefern das zuckersenkende Hormon Insulin und seinen Gegenspieler, das zuckersteigernde Hormon Glukagon. Wenn der Blutzuckerspiegel steigt, beispielsweise nach einer Mahlzeit, geben die Langerhansschen Inseln Insulin in die Blutbahn ab, wodurch der Spiegel sinkt. Wenn umgekehrt der Blutzuckerspiegel zu niedrig ist, wird Glukagon freigesetzt.
Zwölffingerdarm Der etwa 25 Zentimeter lange Zwölffingerdarm ist der erste Dünndarmabschnitt. Er führt vom Magen weg und ist C-förmig gekrümmt. In die Wölbung ist der Kopf der Bauchspeicheldrüse eingelagert. Mit Hilfe zweier Muskellagen befördert der Zwölffingerdarm die Nahrung durch wellenartige Kontraktionen weiter. Die anschließende Bindegewebsschicht enthält zahlreiche schleimproduzierende Drüsen.
Zusammen mit den Sekreten der Bauchspeicheldrüse und dem Gallensaft wird der salzsäurehaltige Magensaft im Zwölffingerdarm neutralisiert. Enzyme zersetzen die Nahrungsmasse weiter.
Geschlechtsdrüsen Die Geschlechtsdrüsen sind paarweise angelegt, bei der Frau als mandelförmige Eierstöcke im Beckenbereich der Bauchhöhle, beim Mann als eiförmige Hoden im Hodensack. Sowohl beim Mann als auch bei der Frau werden die Geschlechtshormone Östrogen, Progesteron, Testosteron und Androsteron produziert. Allerdings ist aufgrund ihres unterschiedlichen Mengenverhältnisses die Wirkung bei der Frau anders als beim Mann.
Gebärmutter Die etwa acht Zentimeter lange Gebärmutter (Uterus) liegt im kleinen Becken. Sie besteht aus dem Gebärmutterhals, dem Muttermund und dem Gebärmutterkörper. Die Gebärmutterschleimhaut entwickelt sich in der fruchtbaren Zeit der Frau (von der Pubertät bis zu den Wechseljahren) jeden Monat in der Weise, daß sie ein optimaler Nährboden für eine befruchtete Eizelle ist. Kommt es zu keiner Befruchtung, so wird ein Großteil dieser speziellen Schleimhaut während der Monatsblutung abgestoßen. Im nächsten Zyklus baut sich die Schleimhaut wieder neu auf. Im Fall einer Befruchtung, die zur Schwangerschaft führt, vergrößert sich die Gebärmutter und stoppt während der gesamten Schwangerschaft die Kontraktion ihrer Muskelfasern. Erst wenn der Fötus ausgewachsen ist, beginnen die Kontraktionen wieder: Die Wehen setzen ein. Muttermund (Portio vaginalis cervicis) und Scheide (Vagina) erweitern sich und ermöglichen dadurch die Geburt. Nach der Geburt bildet sich die Gebärmutter unter Hormoneinfluß schnell wieder zurück.
Während der Schwangerschaft baut sich die Plazenta (Mutterkuchen) aus der Gebärmutterschleimhaut auf und wird nach der Geburt wieder abgestoßen. Doch vorher gibt sie dem Ungeborenen alles, was es zum Leben braucht: Versorgung mit Sauerstoff und Nährstoffen aus dem mütterlichen Blut, gleichzeitig die Entsorgung von Abfallstoffen - beispielsweise Kohlendioxid - aus dem eigenen kleinen Kreislauf. Die Plazenta erfüllt so vorübergehend die Funktion aller lebenswichtigen Organe des Menschen. Am Ende der Schwangerschaft wiegt sie etwa ein halbes Kilogramm.
Eierstöcke Die ovalen, etwa dreieinhalb Zentimeter langen Eierstöcke (Ovarien) liegen zu beiden Seiten der Gebärmutter im Becken der Frau. Sie sind die weiblichen Fortpflanzungsorgane, die in ihrer Funktion dem Hoden des Mannes entsprechen. Beide Eierstöcke produzieren Eizellen und geben sie in die Eileiter ab, normalerweise eine Eizelle in einer Periode. Im Eierstock, der auch als endokrine Drüse funktioniert, liegen jeweils gleichzeitig Eizellen in verschiedenen Reifestadien. Jede von ihnen ist von einem Bläschen (Follikel) umgeben. Beim Eisprung, der in der Mitte des Monatszyklus stattfindet, reißt der Follikel ein, und die reife Eizelle wird zusammen mit den Follikelzellen in die Bauchhöhle geschwemmt. Dort nimmt sie der Eileiter auf und bringt sie zur Gebärmutter. Der Zyklus, der von der Hirnanhangdrüse (Hypophyse) gesteuert wird, ist das Zeichen der Fruchtbarkeit einer Frau. Er dauert vom ersten Tag der Regelblutung bis zum ersten Tag der nächsten. Dazwischen liegen ungefähr 28 Tage.
In der ersten Phase des Zyklus steigt die Produktion des Hormons Östrogen an. Dadurch wächst die Gebärmutterschleimhaut und verringert die Zähigkeit des Gebärmutterhalssekretes, um den Samenzellen so das Eindringen zu erleichtern. Zwei Wochen vor Beginn der nächsten Regelblutung wird ein spezielles Hormon ausgeschüttet, das dreißig Stunden später den Eisprung bewirkt. Die reife Eizelle gelangt in den Eileiter (Tuba uterina), wo normalerweise auch die Befruchtung stattfindet. Die Follikelzellen bilden durch das Einlagern von Fettsubstanzen den sogenannten Gelbkörper. Neben Östrogen produzieren sie auch das Hormon Progesteron. Dieses Hormon bewirkt, daß die Schleimhaut Flüssigkeit speichert und die Drüsen Nährstoffe produzieren. Falls keine Befruchtung stattfindet, bildet sich der Gelbkörper zurück und beendet seine Hormonproduktion. Durch das Sinken des Progesteronspiegels ziehen sich die Blutgefäße zusammen, so daß die aufgebauten Schleimhautteile nicht mehr versorgt werden und absterben. Sie werden bei der nächsten Regelblutung abgestoßen.
Bei einem neugeborenen weiblichen Menschen enthalten die Eierstöcke ungefähr zwei Millionen Eier, von denen 300.000 bis zur Pubertät überleben. Nur etwa 450 von ihnen reifen im Leben einer Frau heran.
Harnwegsystem Das Harnwegsystem funktioniert durch die Zusammenarbeit von Nieren, Harnleiter, Harnblase und Harnröhre. Vom Nierenbecken führen zwei Harnleiter zur tiefer gelegenen Harnblase. Die Harnröhre, die den Urin von hier aus nach außen leitet, endet beim Mann in der Penisspitze und bei der Frau im Vorhof der Scheide. Über die Harnleiter gelangt von den Nieren ständig Urin in die Harnblase. Er enthält die aus dem Blut gefilterten Abfallstoffe. Eine faltige Schleimhaut an der Mündungsstelle der Harnleiter dient als Rückstauklappe, die das Zurückfließen des Urins verhindert. Unter Urindruck ist die Harnblase in der Lage, ihr Volumen stark zu vergrößern. Ab einer Flüssigkeitsmenge von etwa 200ml wird dem Gehirn die Information "Harndrang" gemeldet. Das maximale Volumen liegt bei etwa 500ml. Beim Wasserlassen gelangt der Urin über die Harnröhre nach außen, die von der untersten Stelle der Blase wegführt. Zur Harnentleerung zieht sich die Blasenwand zusammen, und gleichzeitig erschlafft der Schließmuskel der Harnröhre.
Mit dem Urin werden Wasser, Salze, Harnstoffe, Harnsäure und andere wasserlösliche Abfallprodukte ausgeschieden.
Scheide Die Scheide (Vagina) ist etwa sieben bis neun Zentimeter lang und besteht aus Bindegewebe und Muskulatur. Sie führt von den äußeren Genitalien zur Gebärmutter (Uterus). Die Scheidenwände sind durch Sekrete der Schleimhautzellen, des Gebärmutterhalses und der Vorhofdrüsen feucht und geschmeidig. Bei sexueller Erregung verstärkt sich die Sekretion, und die Venengeflechte der Scheidenschleimhaut füllen sich mit Blut. Beim Orgasmus ziehen sich die Muskeln der Scheide und des Beckenbodens unwillkürlich zusammen.
Männlichen Geschlechtsmerkmale Die männlichen Geschlechtsmerkmale - zum Beispiel Bartwuchs und tiefe Stimme - sind durch ein Übergewicht an Testosteron und Androsteron geprägt. Dagegen sind Östrogen und Progesteron für die weiblichen Geschlechtsmerkmale - zum Beispiel die Entwicklung der Brüste und Verbreiterung der Hüften - verantwortlich.
Hoden Die Hoden befinden sich im Hodensack (Scrotum) außerhalb des Körpers; innerhalb desselben wäre es nämlich zu warm für sie: Die Bildung von Samenzellen (Spermien) benötigt eine Temperatur, die um drei bis fünf Grad Celsius niedriger ist als die Körpertemperatur. Daher kann zum Beispiel auch enge Kleidung die Fruchtbarkeit des Mannes herabsetzen. Neben den Spermien bilden die Hoden spezielle Zellen aus, die das "männliche" Hormon Testosteron produzieren. Dieses Hormon ist zuständig für die Ausbildung der sekundären männlichen Geschlechtsmerkmale, beispielsweise tiefe Stimme und Bartwuchs.
Hinter den Hoden liegt der Nebenhoden. In seinem Röhrensystem wird der vom Hoden gebildete Samen gesammelt und gespeichert. Die Röhren des Nebenhoden münden in den Samenleiter und dieser wiederum in die Harnröhre.
Samenzellen Bis zu dreißig Milliarden Samenzellen bilden sich jeden Monat in den Samenkanälchen der Hoden. Sie werden im geknäuelten Röhrensystem der Nebenhoden gespeichert und entwickeln sich dort in 60 bis 72 Stunden zur vollen Reife. Wenn kein Samenerguß stattfindet, lösen sich die Zellen wieder auf. Eine Samenzelle hat Ähnlichkeit mit einer winzigen Kaulquappe. Sie besteht aus Kopf, Hals, Mittelstück und einem Schwanz, der die Fortbewegung der Zelle ermöglicht. Jeder Hoden produziert ungefähr 50 Millionen Samenzellen am Tag. Sie werden entweder bei einem Samenerguß ausgestoßen oder nach einigen Tagen abgebaut und durch neue ersetzt.